Rubrik: Aus den Medien

Neu, attraktiv und behindertengerecht (SN vom 30.04.2016)

Nächste Woche beginnen die Bauarbeiten am Steiner Bahnhof. Für 9,3 Millionen Franken wird er saniert und verschönert.

 

Projektleiter Aldo Conti informierte am Donnerstag vor Ort über den Bahnhofumbau. Bis Mitte 2017 soll alles fertig sein.

Ansprechend und komfortabel: So wird der Steiner Bahnhof nach dem Umbau und den Sanierungsarbeiten aussehen. Visualisierung zvg/SBB

Die hässliche Unterführung wird ersetzt. Bilder Edith Fritschi

Am 2. Mai geht es los. Das Gemeinschaftsprojekt von Stadt und SBB startet, die Tage des «Schandflecks» Unterführung sind endgültig gezählt. Denn im Rahmen der Neugestaltung von Bahnhof und Vorplatz wird die Unterführung verschwinden, und es entsteht ein neuer, vier Meter breiter Ersatz.

Zur Informationsveranstaltung, die der Stadtrat und die SBB-Verantwortliche am Donnerstagabend durchführten, kamen die Steiner zahlreich, und nicht nur der gesamte Stadtrat, der in corpore erschienen war, zeigte sich erfreut, dass das Projekt endlich realisiert werden kann. Stadtpräsidentin Claudia Eimer und Baureferent Markus Oderbolz liessen die Vorgeschichte noch einmal Revue passieren. Ins Rollen gebracht hatte das Ganze eine Volksinitiative der SP zur Aufwertung «Vor der Brugg». Genehmigt wurde danach ein Kredit in Höhe von 600 000 Franken (350 000 Franken für die Planung sowie 250 000 Franken für Sofortmassnahmen). Nachdem auch der Einwohnerrat Ja gesagt hatte zur Vorlage «Aufwertung des Bahnhofs», hiessen die Stimmbürger einen Baukredit in Höhe von 5,27 Millionen Franken im September 2014 gut.

Bahnhof wird hindernisfrei

Nach der Vorfinanzierung durch den bereits erwähnten Kredit und einem Zustupf der Windler-Stiftung in Höhe von 1 Million Franken bleiben der Stadt Nettokosten von 3,32 Millionen Franken, wie Stadtrat Oderbolz ausführte. Den Rest des über 9 Millionen Franken teuren Projekts übernehmen die SBB.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gremien sei äusserst gut und fruchtbar gewesen, betonte auch Aldo Conti, Gesamtprojektleiter SBB Infrastruktur Region Ost, der die einzelnen Schritte der Realisierung vorstellte, die im Wesentlichen in drei Etappen verläuft. Stein am Rhein erhält damit einen komplett hindernisfreien Bahnhof, da die SBB anstelle der heutigen Treppen neue Rampenzugänge bauen, die ein stufenfreies Einsteigen in die Züge ermöglichen. Während der Bauzeit werde eine Passerelle aus Stahl die beiden Bahnhofseiten verbinden, sagte Conti. Die alte Unterführung verschwindet und wird durch eine neue und hellere Unterführung ersetzt. Das Ganze sei nicht nur ein Gewinn für alle Nutzer und Reisenden, sondern auch ein Gewinn für die Anwohner jenseits des Bahnhofs im Degerfeld, die sich seit Langem etwas stiefmütterlich behandelt fühlen. Künftig haben sowohl Fussgänger als auch Velofahrer eine attraktive und stufenfreie Verbindung zum Stadtkern. Damit gehe eine lang gehegter Wunsch in Erfüllung, betonte Claudia Eimer.

Im Rahmen des Projekts bauen die SBB auch eine neue WC-Anlage, das alte Gebäude wird abgebrochen und ersetzt, das Perrondach wird saniert, und das bestehende, überflüssige Gleis 10 wird abgebrochen. Auch das Äussere das Bahnhofs erhält ein neues Gesicht: Die Bahnhofvorplätze im Norden und Süden bekommen eine neue Beleuchtung, Velounterstände und Sitzmöglichkeiten. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Mitte 2017 abgeschlossen sein. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir alles termingerecht ausführen können», sagte Conti. Das muss auch so sein, denn für ein Wochenende wird der Bahnhof komplett gesperrt werden, und dieses musste schon weit im Voraus reserviert werden. «Deshalb muss es klappen.» Auch eine Frage aus dem Publikum nach der Kostengenauigkeit konnte Conti zufriedenstellend beantworten. «Wir rechnen mit plus/minus zehn Prozent», sagte er. Ohnehin betreffe das dann nur die SBB und nicht die Stadt.

Auch noch ein paar offene Fragen

Das gesamte Projekt kommt auf 9,3 Millionen Franken zu stehen. Die neue Personenunterführung, die WC-Anlage, die Perronüberdachung sowie der Gleisabbruch werden mit je 4 Millionen Franken durch die Leistungsvereinbarung mit dem Bund und der Stadt Stein am Rhein finanziert. Zusätzlich investiert die Stadt 1,3 Millionen Franken in die Aufwertung der Bahnhofvorplätze und in die Neugestaltung des Bushofs.

Das neue Bahnhofareal wird verkehrsberuhigt beziehungsweise mit Tempo 20 ausgewiesen sein. Dazu gab es Fragen aus dem Publikum. Wie dies technisch machbar sei, um notorische Raser und «Vorglüher», die einige Anwesende beobachtet haben, zu disziplinieren, wollte jemand wissen. Einige Stimmen plädierten für eine Schwelle. Stadträtin Karin Sigrist erklärte, dass für solche Zonen klare gesetzliche Regelungen gelten würden. Ingenieur Martin Wüst ergänzte: «Wichtig ist nicht nur die Signalisation, sondern auch die räumliche Aufteilung.» Auch Fragen zu den Parkplätzen auf dem Postareal kamen auf. Da müsse man mit den Post-Verantwortlichen reden, hiess es seitens des Stadtrats. Darüber könne die Stadt nicht verfügen, weil sie nicht Besitzerin sei.

Da die Bauarbeiten nicht ohne Lärm abgehen werden, wird man die Anwohner laufend informieren. Die Steiner können sich nun auf den neuen Bahnhof freuen, dessen Perrons überdeckt und mit Sitzgelegenheiten ausgestaltet sind. Das Highlight aber ist die neue Unterführung, die den alten Schandfleck ersetzt. Höchste Eisenbahn sei das, war an diesem Abend vermehrt zu hören.

Bahnhof Stein In zwei Schritten zur Aufwertung

Die Volksinitiative«Auch Vor der Brugg» wurde im Juni 2010 an der Urne angenommen. Gefordert wurden der hindernisfreie Ausbau der Unterführung und die Aufwertung des Areals. Danach genehmigte der Einwohnerrat einen Kredit über 600 000 Franken: 350 000 Franken für Planungen und 250 000 Franken für Sofortmassnahmen in Vor der Brugg. Es folgte die Ausarbeitung von Projektvarianten.

Im September 2014 sagten die Stimmbürger dann auch Ja zu einem Baukredit von 5,27 Millionen Franken und genehmigten eine teurere Variante mit der Aufwertung der Bahnhofvorplätze.

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