Rubrik: Aus den Medien

Eimer verzichtet – freie Bahn für Ueli Böhni (SN vom 21.05.2016)

Die Weichen für den Wahlherbst in Stein am Rhein sind gestellt. Derzeit gibt es nur die Kandidatur Ueli Böhnis für das Stadtpräsidium. Claudia Eimer tritt nicht mehr an.

Die Steiner Stadtpräsidentin Claudia Eimer wird nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren.Bilder Edith Fritschi

Seit Mitte April ist bekannt, dass Ueli Böhni (GLP), seit Jahres- beginn im Steiner Stadtrat, fürs Stadtpräsidium kandidiert.

Jetzt muss nicht mehr gemutmasst werden über die Pläne der amtierenden Steiner Stadtpräsidentin Claudia Eimer. In einen umfassenden Communiqué teilte sie mit, dass sie für die nächste Legislaturperiode nicht mehr kandidieren wird (vgl. SN von gestern). Sie sei stolz, dass sich in ihrer Amtszeit Stein als Kulturstadt etablieren konnte, schreibt sie und zieht Bilanz über das Erreichte in den letzten vier Jahren: «Zu erwähnen sind da insbesondere die Erarbeitung der Schulzusammenarbeit oberer Kantonsteil, an deren Entstehen ich massgeblich als Schulreferentin beteiligt war, die Sanierung und Erweiterung des Alters- und Pflegeheims, ein Auftrag aus der Volksabstimmung vom Frühjahr 2014, der jetzt in Angriff genommen wurde, das Projekt, die SBB-Bahnhofsunterführung und den Busbahnhof hindernisfrei auszubauen, eine Umsetzung der SP-Volksinitiative ‹Auch vor der Brugg›», schreibt sie. Und: «Die Überarbeitung des Altersleitbildes und des Verkehrskonzeptes, die Förderung des Tourismus mit der Weiterführung des Runden Tisches mit Gewerbe, Gastro und Detailhandel; das sind nur einige der laufenden Projekte, mit denen wir zielstrebig unterwegs sind.»

Verständnis für den Entscheid

Die SP Stein am Rhein, die die parteilose Stadtpräsidentin stets unterstützt hat, bedauert es sehr, dass Eimer nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidiert. «Wir respektieren jedoch ihren Verzicht auf eine neue Kandidatur in jeder Hinsicht und möchten ihr bereits heute für ihren von Offenheit, Verantwortungsgefühl, Freude und kompetenter Hingabe geprägten Einsatz für unser schönes Städtchen unseren herzlichen Dank aussprechen», heisst es in einer Mitteilung. Sie habe in ihrerAmtszeit mehrere Projekte erfolgreich aufgegleist beziehungsweise die Umsetzung vorangetrieben, etwa die Sanierung des Alters- und Pflegeheims, die Bahnhofsunterführung, die Schulzusammenarbeit im oberen Kantonsteil, das «Xundheitszentrum» und das Kulturzentrum etc. Doch man könne gut verstehen, dass sie nicht mehr antrete, weil das zwischenmenschlich belastende Klima im Stadtrat, das 2015 zum Rücktritt von zwei Stadtratsmitgliedern und zum Rücktritt des Stadtschreibers geführt habe, die Situation nach wie vor überschatte.

Spannungen und Konflikte

Ähnlich äussert sich auch Eimer selbst und verweist darauf, dass ihr mehrere Mitglieder im Stadtrat "Steine in den Weg legten und noch legen. Wo gearbeitet wird, passieren Fehler, entstehen Spannungen und Konflikte, und es ergeben sich auch Unstimmigkeiten, welche viel Energie und Zeit kosten», betont sie. Doch sie werde sich beim Rest ihrer Amtszeit weiter vom positiv Erreichten leiten lassen. «Wir danken der Stadtpräsidentin für ihren Einsatz bisher», sagt Werner Schmid, Präsident der Steiner FDP. Doch es sei klar, dass man die Kandidatur von Ueli Böhni (GLP) unterstütze. «Er ist der geeignete Kandidat, um Stein am Rhein  positiv in Zukunft zu führen.» Man habe also schon vorher entschieden, wem man die Stange halte, sagt Schmid. Das betont auch Christian Flück, Co-Präsident der Pro Stein. Einerseits würde er eine Auswahl im Wahlkampf nicht so schlecht finden, andererseits habe man sich im bürgerlich überparteilichen Komitee ganz eindeutig für Ueli Böhni entschieden und damit ein klares Zeichen für eine bürgerliche Stadtspitze gesetzt. «Und das ist gut so.» Dieser Meinung ist auch Franz Marty, Präsident der CVP. «Wir haben im März nach sehr kurzer Diskussion einhellig für Böhni votiert», sagt er. Er sei der richtige Kandidat.

Für eine bürgerliche Führung

Alle bürgerlichen Parteien in Stein am Rhein haben sich damit für die Kandidatur Böhnis ausgesprochen, auch die SVP. «Ich finde es vernünftig, dass Claudia Eimer nicht mehr antritt», sagt SVP-Präsident Gian Luca Marchetto. Denn sie hätte ohnehin nur die Unterstützung der SP gehabt, da alle anderen Gruppierungen und Parteien im Komitee für Ueli Böhni vertreten sind. Klar sei aber auch, dass die SP weiterhin im Stadtrat vertreten sein müsse, bemerkt Marchetto und sagt, dass er persönlich den Eindruck habe, Eimer sei in der letzten Zeit etwas amtsmüde. Sie habe sich auch im letzten Einwohnerrat gar nicht geäussert. «De Pfuus isch e chli dusse.» Ueli Böhni ist derzeit der einzige Kandidat für das Stadtpräsidium – wenn nicht noch der Mann auftaucht, von dem man munkelt, er wolle: Sönke Bandixen, Steiner mit Wohnsitz in Wetzikon. Bandixen hat eine Kandidatur auf Anfrage nicht dementiert. Er sei noch am Abklären und werde sich bis Ende Mai entscheiden, ob er antreten wolle oder nicht.

 

zurück - Druckversion