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Stand Projekt Wärmeverbund

Wie der Stadtrat bereits informiert hat, besteht die Absicht den Wärmeverbund in der Altstadt von Stein am Rhein weit möglichst auszubauen. Bereits heute sind rund 60 Liegenschaften, davon elf Liegenschaften der Stadt Stein am Rhein, am Wärmeverbund angeschlossen. Durch die Erweiterung des Wärmeverbunds sollen sowohl die aktuellen Wärmebeziehenden als auch die bislang unerschlossenen Bereiche der Altstadt zukünftig mit Fernwärme versorgt werden. Zukünftig sollen alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften in der Altstadt die Möglichkeit erhalten, von fossilen auf erneuerbare Energien umzusteigen. Dies ist notwendig, da die Erzeugung von nicht fossiler Energie in der Altstadt stark begrenzt ist. Die neuen kantonalen Vorschriften zur Energieeffizienz und der bevorstehende Wandel in der Gasversorgung machen diesen Schritt dringend. Ab 2030 sollen fossile Heizungen weitgehend durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Die Erweiterung des Wärmeverbundnetzes in der Altstadt und der Neubau einer Energiezentrale wurde im Rahmen eines Vorprojekts technisch und wirtschaftlich geprüft. Die heutige Energiezentrale aus dem Jahr 2007 entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und hat im Jahr 2027 seine Lebensdauer erreicht, ein Neubau der Energiezentrale ist dringend notwendig.

Als Standort-Bestvariante resultierte aus der Machtbarkeitsstudie der Neubau einer Energiezentrale auf dem Gelände des Abwasserverbands Stein am Rhein und Umgebung. Am neuen Standort kann eine neue Energiezentrale mit ausreichend Kapazität für die Erschliessung der gesamten Altstadt realisiert werden. Der heutige Standort eignet sich nicht für einen Ausbau und Sanierung aufgrund der begrenzten Erweiterungsmöglichkeiten für eine Erschliessung der gesamten Altstadt mit erneuerbarer Energie. Für die Wärmeerzeugung wird das gereinigte Abwasser als Energiequelle für eine Wärmepumpe sowie das bestehende Blockheizkraftwerk mit Biogas genutzt. Die Nutzung von regionalem Energieholz erfolgt im Winter zur Abdeckung der Spitzenlast und erlaubt dadurch einen schonenden und effizienten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Des Weiteren bestünde am neuen Standort die Möglichkeit, das Rheinwasser für die thermische Nutzung zu verwenden. Dieses Szenario wurde als Ausweichmassnahme untersucht, die thermische Nutzung des Abwassers ist aber wirtschaftlicher als die Nutzung des Rheinwassers und entspricht aus ökologischer Sicht den kantonalen Empfehlungen.

Für eine zukünftige Kooperation wurde mit dem Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen AG (EKS) ein verlässlicher Partner gefunden. Die EKS betreibt bereits erfolgreich diverse Wärmeverbünde, darunter in einem ähnlichen Setup die EKS-Tochtergesellschaften Energieverbund Neuhausen am Rheinfall AG und die Wärmeverbund Lohn AG. Sie hat geschultes erfahrenes Personal für den Ausbau und den Betrieb des Wärmeverbunds in Stein am Rhein. Das Geschäft für den Ausbau des Wärmeverbunds wird dem Einwohnerrat noch in diesem Jahr zur Genehmigung vorgelegt.

Für die Realisierung des Projekts wird eine Bauzeit von etwa drei Jahren angenommen, wobei die Inbetriebnahme der neuen Energiezentrale für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant ist. Der Abschluss des Netzausbaus ist für das Jahr 2028 vorgesehen, um die umfassende Funktionalität und Effizienz des neuen Energiesystems sicherzustellen.

Stadtrat Stein am Rhein