Navigieren in Stein am Rhein

Landwirtschaftliche Strategie Stadt Stein am Rhein

Die Stadt Stein am Rhein steht an einem entscheidenden Punkt, an dem wichtige Entscheide im Zusammenhang mit der Landwirtschaft gefasst werden müssen. Langfristige Pachtverträge für landwirtschaftliche Betriebe sind entweder bereits abgelaufen oder stehen kurz vor ihrem Auslauf. Gleichzeitig befinden sich diese Betriebe im Umbruch durch anstehende oder bereits vollzogene Generationenwechsel. Dies bietet die Gelegenheit zu einer ganzheitlichen Neustrukturierung der landwirtschaftlichen Strategie, die sowohl den Betrieben, als auch der Stadt Vorteile bringt. Ziel ist es, die Landwirtschaft zukünftig zu optimieren und ökologisch zu fördern.

Durch die Umsetzung der ausgearbeiteten landwirtschaftlichen Strategie wird den verbleibenden und angrenzenden Landwirtschaftsbetrieben die planerische Sicherheit für den Erhalt und die wirtschaftliche Tragfähigkeit ihrer Betriebe durch eine erhebliche Erweiterung ihrer Betriebsflächen gewährleistet.

Im Gegenzug erhält die Stadt mehr strategisch wichtiges Eigenland, sowohl im Baugebiet, als auch im Nicht-Baugebiet. Insbesondere der vorgesehene Landtausch des Hofs Baumgarten südlich des Werkhofs mit dem Hof Rhygüetli sichert der Stadt mittel- bis langfristig ein grosses entwicklungsfähiges Baulandpotential in Altstadt- und Schulnähe. Es sichert der Stadt sowohl die Steuerung der Bevölkerungsentwicklung, als auch die mögliche und notwendige Entwicklung der städtischen Verwaltungsliegenschaften (z.B. Schulraum, andere öffentliche Aufgaben wie Ersatz Werkhof/Feuerwehrgebäude, Parkplatzoptimierung).

Mit der Strategie zieht die Stadt die Konsequenzen aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte sowie dem Willen, die Landwirtschaft sowohl in Hemishofen (Walderhöfe), als auch in Stein am Rhein in Hinblick auf die zukünftigen Herausforderungen auf eine solide Entwicklungsbasis zu stellen. Nur Betriebe mit ausreichend grossen Bewirtschaftungsflächen und sicheren Betriebsstandorten können wirtschaftlich anpassungsfähig und nachhaltig langfristig bestehen.

Aus der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass es nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein kann, Landwirtschaft zu betreiben. Die Marktsituation und die staatlichen Regelungen verlangen vermehrt unternehmerisches zeitnahes Handeln, das sich mit dem Konzept des Pachthofs aus früherer Zeit nicht mehr befriedigend vereinbaren lässt. Die aktuell anstehenden Sanierungskosten der landwirtschaftlichen Pachthöfe im Eigentum der Stadt sind mit den langfristig möglichen Pachteinnahmen nicht abdeckbar. Die gesetzlich geregelten Pachtzinse decken erfahrungsgemäss nur den ordentlichen Unterhalt.

Auslaufende Pachtverträge, aufgelaufene und angestaute Erneuerungsinvestitionen, der Wandel der wirtschaftlichen Rahmen- und Marktbedingungen in der Landwirtschaft, die ökologischen Anliegen, erhöhte Umweltstandards waren ein Teil der Herausforderung bei der Erarbeitung der Strategie. Dazu kamen die Fragen der Versorgung mit öffentlichen Gütern und die raumplanerischen Erfordernisse für eine sorgfältige Ortsentwicklung am Stadtrand eines Ortsbilds von nationaler Bedeutung sowie der Schutz des Landschaftsbilds. Dies erforderte die Formulierung eines Leitbilds, in dem die erkannten Konflikte und Ziele beschrieben und die zur Lösung führenden vorgeschlagenen Massnahmen erläutert werden.

Landwirtschaft Leitbild und Strategie